Oma Susi liest Ausschnitte aus dem Roman:
Von Schwaben an die Donau und zurück

Hier folgen ein paar Lausbub-Streiche aus der Kindheit des Donauschwaben Marbod, gewidmet seinen Urenkelkindern.

"Von Schwaben an die Donau und zurück" - spannender Roman - als Taschenbuch erschienen. Er streift die Auswanderung der Ahnen 1790 mit der "Ulmer Schachtel" von Schwaben an die Donau bei Belgrad, den Lebensweg des Donauschwaben Samuel Schumacher, Pfarrer und Abgeordneter in Jugoslawien und Vater von Marbod, der Hauptfigur des Romans, und schildert dann Marbods Lausbubenstreiche aus der Kindheit und den weiteren Weg über Studium, Konsulardienst, Kriegserlebnisse, Vertreibung aus der donauschwäbischen Heimat sowie symptomatische Begebenheiten in der DDR bis hin zur Rückkehr nach Schwaben am 8.10.1956. Emil Henns hat den Stoff für diesen Roman nach jahrelangen Recherchen und zahlreichen Erzählungen, Tonbandaufnahmen und Aufschrieben von Marbod Schumacher u.a. ins Reine gebracht und zu einem Buch zusammengestellt. Alle Geschehnisse und aufgeführten Personen entsprechen den Tatsachen und sind nicht 'romanmäßig geschönt'. Einige der Lausbub-Streiche liest 'Oma Susi' vor der Videokamera und stellt sie hier für alle Enkel und Urenkel von Marbod Schumacher sowie alle anderen, die es interessiert, ins Netz. Das Taschenbuch ist im Buchhandel (z.B. Buchhandlung Rau in Öhringen, Preis: 12 Euro) oder direkt erhältlich bei: AarTonVerlag, Mail: aarton@t-online.de. Anmerkung: Manche verwendeten Wörter oder Bezeichnungen entsprechen dem damaligen Sprachgebrauch, sind heute kaum noch üblich und keineswegs abwertend gemeint - - - einfach auf das gewünschte Bild klicken:

Ansiedlung der Donauschwaben (1) Vorwort
Mit der 'Ulmer Schachtel' fuhren deutsche Auswanderer 1780 auf der Donau bis Belgrad, wo sie als Bollwerk und Schutz gegen Türken von Österreich-Ungarn angesiedelt wurden, Familie Schumacher zog 1860 von Neu Pasua nach Beschka, 1921 kam Marbod in Semlin zur Welt und erlebte manchen Lausbubenstreich.

Kinderspiele (2)
Die damalige Zeit war nicht mit heute zu vergleichen: Es gab kein Radio, Plattenspieler, Fernsehen, Spielwaren-Geschäft, und nur mit Unterstützung von Onkel, Tante oder Nachbar wurde manche Puppe, mancher Roller oder anderes Spielzeug in Eigenarbeit selbst gefertigt.

Auf dem Salasch (3)
Während der Erntezeit mussten alle mithelfen, auch die Kinder. Dabei waren mindestens dreißig bis vierzig Leute beschäftigt. Heutzutage fahren Mähdrescher über die Felder, hinten kommen Strohballen fertig gepresst heraus, an einem einzigen Tag wird eine riesige Fläche abgemäht, gedroschen und abends schon wieder umgepflügt.

Angst vor Mäusen
(4)
Selten erlebte Marbod etwas Schreckhafteres als seine Mutter beim Anblick einer Maus. Eigentlich konnte Marbod Mäuse gut leiden, und er wünschte sich, mal eine zu fangen. Dieser hätte er dann einen Stall gebaut und sie fürstlich mit Speck gefüttert.

Schwester Lydia (5)
Als ‚Benjamin‘ unter den Geschwistern war Marbod seiner älteren Schwester Lydia ausgeliefert und erinnerte sich, wie ab und zu die weibliche Familie mit Seife, Bürste, Wasser und Tüchern über ihn erfiel, um aus ihm ein ansehnliches Mitglied der Familie zu machen.

Kater Puschi (6)
Mag Kater Puschi ruhig Mutters Mäuse fangen, Marbod würde ihm andere Kunststücke beibringen. Hoffentlich läßt sich Puschi das Waschen auch nicht gefallen! Er freute sich mächtig. Am liebsten hätte er ‚Puschi‘, so nannte er den Kater, ganz für sich allein gehabt.

Korkenknallen (7)
„Halt’ die Sekt-Flasche mit dem Hals nach unten, sonst fliegt wieder alles hoch!“ Der Sekt suchte sich den kürzesten Weg zur Erde, als ob er von deren Anziehungskraft gehört hätte. Marbod lächelt später immer selbstvergessen mit dem Sektglas in der Hand, wenn alle denken, er freue sich an dem Tropfen, was ja irgendwie der Fall war.

Knödel (8)
Lehrer wünschen sich kluge Kinder, Pfarrer fromme, Tanten liebe, Eltern artige und saubere, Omis der ganzen Welt wünschen sich gesunde und kräftige Enkel - dick ist automatisch kräftig und auch gesund.

Eis und Eier
(9)
Um täglich Eis schlecken zu können, galt es also fleißig zu sein: Holz spalten, Keller ausräumen, Getreide in die Mühle tragen, Mais zur Schrotmühle der Hemmlers bringen, einkaufen, im Garten jäten. Dienste aller Art, aber auch gute Schulnoten und Freundlichkeiten wurden von Marbods Großmutter honoriert.

Baba-Lepa (10)
Außerhalb von Beschka lag eine Zigeunersiedlung. Dort wohnten mehr als zwanzig Familien. Die steinalte Baba-Lepa, als Wahrsagerin bekannt, zog täglich durch die Dorfstraßen. Die Kinder hatten einen Heidenrespekt vor ihr. Man munkelte, daß Baba-Lepa verfluchen konnte, und vieles, was sie prophezeite, ging in Erfüllung.

Ugarin (11)
War ein Sommertag unerträglich warm, weit und breit weder Wolke geschweige denn Regen in Sicht, den Bauern um ihre Ernte bange, dann zogen Dodole, junge Zigeuner und Zigeunerinnen aus der nahegelegenen Zigeunersiedlung, durch den Ort, von Hof zu Hof, von Haus zu Haus, sangen, tanzten und erflehten eine milde Gabe.

Am Mühlbach (12)
In Beschka klapperte eine ‚neue‘ sowie eine ‚alte‘ Mühle am rauschend Mühlbach, ein magischer Anziehungspunkt für Marbod und seine Freunde. Was gab es Verlockenderes, als hier manch sonntäglichen Aufenthalt zu verbringen, besonders an heißen Sommertagen?

Zimmerschlange (13)
Der Mühlbach hatte von seiner magischen Anziehungskraft nichts eingebüßt. Eines Tages saßen Marbod und seine Freunde träumend am Wehr und schauten dem großen Mühlrad zu. Da kam Frau Hemmler aus der Mühle auf sie zu:„Paßt bloß auf, daß euch nicht die Schlange beißt!“

Imker Fritz vom Pfeifenrauch (14)
Marbods Onkel zündete sich eine Pfeife an. Das sah komisch aus. Man sieht nicht jeden Tag einen Nichtraucher eine Pfeife anzünden. Auch diesmal ging es nicht ohne Husten ab, doch endlich brannte sie, das konnte Marbod deutlich an den paffenden Rauchschwaden sehen.

Saure Gurken (15)
In der sonnigsten Ecke dicht vor den Kletterrosen stand der Kübel mit Tante’s berühmten sauren Gurken. Der fleißigste Abnehmer dieser Spezialität war der Onkel, für ihn war ein Abendessen‚ohne‘ unvorstellbar. Marbod war nicht so sehr darauf erpicht.

Uhr-Schläge (16)
Immer wieder schaute Marbod demonstrativ auf die Uhr, Gerald müßte sie doch längst bemerkt haben:„Es ist jetzt 14 Uhr und 23 Minuten!“ „Wieso weißt du das so genau?“ Marbod streckte ihm seinen Arm hin, Gerald schien die Uhr jedoch nicht so zu begeistern wie Marbod.

Briefträger (17)
Am Nachmittag übergab Else wieder einen Brief an Marbod, bereits voradressiert an Marbods Mutter. Später bat Marbod seinen Onkel hierfür um eine Briefmarke, die er anstandslos bekam. Hurra! Das klappte ja ganz gut!

Ljuba (18)
Ein Konvoi Planwagen fuhr durch den Ort, Zigeuner auf ihrer Wanderschaft. Eine junges Mädchen kam tags drauf von dort auf den Hof, in der Hand eine große Kanne. Sie blickte ängstlich in eine Richtung, sie hatte die Jagdhunde bemerkt.

Traum (19)
Sie hatte wohl das Gefühl, verschlafen zu haben, denn sie blickte verdutzt auf den Wecker, schüttelte den Kopf, sah nach der Wanduhr und stürzte verzweifelt in die Küche - kein Zweifel, sie hatte um zwei Stunden länger geschlafen, als es der Zwetschgenkuchen erlaubte: „Um Gottes Willen, mein Kuchen!“

1 Dinar zum Weinkeller (20)
Eigentlich hatten sie garnicht wirklich vor, Wein zu trinken, wollten einfach nur auch mal dabeigewesen sein, um vor den anderen, vor allem vor den jüngeren Schülern, protzen zu können. Jetzt wurden sie doch neugierig, und schon plätscherte das Naß aus dem Fass ins Glas: „Mensch, der ist gut!“ „Gib her, den will ich auch probieren!“ „Der hier ist noch besser!“

Blindschleiche (21)
„Hilfe! Hilfe! Eine Schlange …“ schrie die Lehrerin beim Anblick dieses Ungetiers und war schnell aus dem Klassenzimmer verschwunden. Tatsächlich kam gleich der Direktor:„Vorzeigen!“ Marbod zeigte die Blindschleiche. Der Rektor befahl, schon im Begriff, die Klasse zu verlassen: „Komm sofort mit!“

Das neue Fahrrad (22)
Bekannte, Verwandte, Nachbarn und alle, die es wissen oder auch nicht wollten, sollten erfahren, daß Marbod Geld spare, um sich ein neues Fahrrad zu kaufen. So blieb es nicht aus, daß man ihm mehr oder weniger freiwillig größere oder meist kleinere Beträge gab.

Feuerzeug (23)
Wer ein Feuerzeug besaß und nutzen wollte, musste zur Gemeinde gehen, einen bestimmten Betrag einzahlen und erhielt dann schriftlich eine Genehmigung, dieses Feuerzeug benutzen zu dürfen.

Erste Walzerschritte (24)
Sie nahm ihn einfach bei der Hand, schon standen sie am Rande der Tanzfläche, Marbod war verzweifelt: „Ich kann doch gar nicht tanzen, ich habe noch nie getanzt!“

 

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